4. Präsidentenbrief

Bochum, 18. Juli 2006

Liebe Mitglieder und Freunde der FID, der Zentraleuropäischen Diabetesgesellschaft!

Das 21. Internationale Donau-Symposium über Diabetes mellitus in Riga vom 21.-23. Juni 2006 war ein großer Erfolg. Alle, die dabei gewesen waren, haben dies bestätigt. Vielfach wurde von einem „Neuaufbruch der FID“ als „Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft“ gesprochen.

Herrn Prof. Valdis Pirags als Tagungspräsident und der Tagungssekretärin Frau Dr. Ilze Konrade sowie ihren Mitarbeitern gebührt unser aller Dank für diesen herausragenden Kongress!

Über 500 registrierte Teilnehmer wurden gezählt, davon etwa 200 aus Deutschland und 150 aus dem Baltikum. Insgesamt waren mehr als 20 Länder vertreten. Die fachlich durchweg hervorragenden Sitzungen waren bis zum letzten Tag gut besucht. Eine große Zahl von Kongressbesuchern - über 10 % unseres bisherigen Mitgliederstandes - trat während der Tagung der FID bei, auch der Festredner des Symposiums, Prof. Paul Zimmet , Melbourne, dessen Vorfahren aus Polen stammen. Gemäß einstimmigem Beschluss der Generalversammlung führt unsere Föderation jetzt die zusätzliche Bezeichnung „Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft“.

Emils Darzins
Emils Darzins (1875-1910)

Das 21. FID-Symposium wurde gemeinsam mit dem 3. Baltischen Endokrinologiekongress am 21. Juni 2006 eröffnet. Dabei erlebten die Teilnehmer etwas ganz besonderes: Im Saal wurde es dunkel und es erklangen Lieder. Die Liedkultur spielt im Leben und auch in der Geschichte Lettlands eine herausragende Rolle: Wir haben nicht nur zum Kongressabschluss beim stimmungsvollen Mitsommernachtsfest rund um das Johannisfeuer alle kräftig beim Refrain „Ligo, ligo ....“ mitgesungen, sondern der Kongress wurde auch in beeindruckender Weise von vier eleganten, schwarz gekleideten jungen Sängern eröffnet, welche Lieder des lettischen Komponisten Emils Darzins (1875 – 1910) darboten.

Das Programm des 3. Baltischen Endokrinologenkongresses behandelte aktuelle Fragen aus allen Gebieten der Endokrinologie, in englischer Sprache präsentiert von zumeist baltischen Kollegen, welche zum Teil auch in den USA höchst erfolgreich arbeiteten oder arbeiten. Für die Beiträge des Donau-Symposiums über Diabetes mellitus wurde von den Referenten, mit Ausnahme des Festvortrages von Prof. Paul Zimmet, durchweg die deutsche Sprache gewählt, obwohl Englisch die 2. offizielle Kongresssprache war. Die Simultanübersetzungen ins Englische und Lettische funktionierten zwar sehr gut, dennoch hatte die überwiegende Zahl der Teilnehmer die Kopfhörer nicht aufgesetzt gehabt, da sie den deutsch gehaltenen Vorträgen gut folgen konnten.

Alle waren von Riga mit seinen hervorragend erhaltenen oder restaurierten historischen Bauten, von dem 13. Jahrhundert und der Gotik bis insbesondere zum Jugendstil ebenso beeindruckt wie von der baltischen Landschaft – und den meist recht elegant gekleideten Menschen im Stadtbild von Riga!

Das 22. Internationale Donau-Symposium wird im nächsten Jahr von Donnerstag, 7.Juni (Fronleichnam) bis Samstag, 9. Juni 2007 auf der Insel Kos in Griechenland stattfinden. Tagungspräsidentin wird Frau Prof. Eri Hatziagelaki sein. Es findet als Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Hellenischen Nationalen Diabetes-Zentrum statt, dessen Präsident Prof. Sotirios Raptis ist. Unser ursprünglich geplanter Termin musste vorverlegt werden, da der Amerikanische Diabeteskongress (ADA) in Chicago erst gegen Ende des Monats vom 23. – 26.06.2007 abgehalten werden wird. Bitte merken Sie sich jetzt schon den 7. – 9. Juni 2007 für unsere Tagung auf der Insel Kos vor.

Falls Sie noch nicht Mitglied der Zentraleuropäischen Diabetesgesellschaft sein sollten: Sie sind herzlich eingeladen, sich des Beitrittsformulars zu bedienen. Ab dem nächsten Kongress soll es für die FID-Mitglieder einen gegenüber Nichtmitgliedern deutlich reduzierten Kongressbeitrag geben. Die Differenz wird ein Vielfaches des symbolischen Jahresbeitrages von 10 bzw. 5 Euro betragen. Länderübergreifende Diabetestagungen in französischer Sprache existieren schon seit vielen Jahren, eben jetzt wurde erst eine Diabetesgesellschaft der mediterranen Länder ins Leben gerufen. Zentraleuropa steht in diesem Kreis regional-europäischer Diabetesvereinigungen mit seiner langen Tradition der FID - seit 1969! - an vorderster Stelle.

Helfen Sie bitte alle mit, durch Aktivitäten in Ihren Ländern die fachlichen und persönlichen Kontakte innerhalb der Diabetologie Zentraleuropas weiter zu festigen und vertiefen. Dazu sollen beispielsweise in Deutschland im Herbst und im nächsten Jahr zwei FID-Veranstaltungen beitragen:

  1. Ein FID-Satellitensymposium, zusammen mit dem Kirchheim-Forum Diabetes im Kurhaus Wiesbaden vom 27.-28.Oktober 2006 und
  2. Eine FID-Sitzung während des Jahreskongresses der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Hamburg vom 17.-19.Mai 2007

Bei beiden Veranstaltungen werden Referenten aus den FID-Ländern Zentraleuropas auftreten.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. med. Helmut Schatz
Präsident der FID
-Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft-