12. Präsidentenbrief vom Oktober 2008

Die Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft und Mitteleuropa

Die  Resonanz auf meinen Artikel über die Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft und die Grenzen Mitteleuropas, der in Heft 5/2008 von "Diabetes, Stoffwechsel und Herz" erschienen ist und der auf unser homepage nachgelesen werden kann, war sehr groß. Es überraschte mich, wie unterschiedlich Mitteleuropa  gesehen wird. Viele unserer Mitglieder, insbesondere die jüngeren aus Deutschland, kennen  weiterhin nur ein "West-"  und ein "Osteuropa"  wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Zu meiner Definition Mitteleuropas aus dem Geistig-Kulturellen heraus zitierte unser Mitglied, Professor Nicholas Katsilambros aus Athen das Kriterium  für einen Griechen in klassischer Zeit: "Grieche ist, wer griechische Kultur hat". Andere Mitglieder erinnerten an die große, mitteleuropäische Tradition in Teilen der heutigen Ukraine wie der Bukowina mit Czernowitz, dem studentischen "Heidelberg des Ostens",  woher  bedeutende deutschsprachige Schriftsteller stammen, und  an Lemberg, das heutige Lwow. Österreichische FID-Mitglieder zitierten in diesem Zusammenhang  die  zu einem geflügelten Wort gewordene  Schlagzeile der Wiener "Neuen Freien Presse"  bald nach Beginn des 1. Weltkrieges:  "Lemberg noch in unserem Besitz". Dadurch wurde  damals vielen Menschen klar, daß die Russen schon dicht vor dem damals österreichischen Lemberg standen und man ahnen konnte, daß der Krieg  möglicherweise verloren wird. Einige FID-Mitglieder schlugen vor zu überlegen, die Ukraine in die Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft auzufnehmen. Ebenso wurde Weißrußland als ein möglicher Kandidat genannt, zumal bei unserem Kongreß 2008 in Plovdiv 5 Beiträge jüngerer weißrussischer Diabetologen eingereicht und präsentiert wurden. Es freut uns sehr, daß die Akzeptanz und Attraktivität unserer Gesellschaft so groß ist.  Vor wenigen Tagen erreichte uns sogar ein Aufnahmeantrag eines Diabetologen aus Rußland .

1Praktisch alle Leser waren äußerst erstaunt, daß das musikalische Thema der  jetzigen deutschen Hymne von dem burgenlandkroatischen Volkslied "Jutro rano se ja stanem" stammen solle. Ich fuhr im Sommer 2008 in das  auch heute rein kroatischsprachige Dorf Schandorf/Cemba im Burgenland, dicht an der österreichisch-ungarischen Grenze (Bild). Das Lied wurde dort tatsächlich von der örtlichen Tamburizza-Kapelle gespielt  und die Wirtin des Dorfes sang dazu den Text. Einige FID-Mitglieder fragten mich, ob es eine CD davon gebe -  ja, die gibt es.  Nicht in den üblichen Plattengeschäften, aber man kann sie aus Wien für 16 Euro beziehen. Titel: "Mandys Mischpoche - Ringelspiel". Auf dieser CD ist das Lied, zusammen mit  weiteren kroatischen, jiddischen, sephardischen, griechischen  und anderen Liedern zu hören. Bezugsadresse: Musikverlag "crack an egg records"  Johann Strauß-Gasse 4, Stiege 4, Tür 2,  A-1040 Wien, Österreich.

Unsere Gesellschaft in WIKIPEDIA

Es ist uns gelungen, auch unter Mithilfe der FID-Mitglieder Prof. Guntram Schernthaner, Wien, und Prof. Werner Waldhäusl, Altpräsident aus Wien,  daß die Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft in  WIKIPEDIA erscheint.  Da man bei Wikipedia offenbar die Zugriffe zählt, um die Bedeutung einer Eintragung zu beurteilen, bitte ich sie, dort einmal anzuklicken (Google: "Zentraleuropäische Diabetesgesellschaft WIKIPEDIA").

Große, runde Geburtstage: Professor Konrad Federlin, Giessen, 80 Jahre und
                                                 Professor Wolfgang Wiegelmann, Münster, 70 Jahre

1Am 5. September 2008 wurde unser Mitglied, Prof. Konrad Federlin, zu seinem 80. Geburtstag durch einen Akademische Festakt  und ein  Wissenschaftliches Symposium zum Thema "Geklärte und offene Fragen bei Pathogenese und Therapie des Typ-1-Diabetes mellitus " geehrt. Dieses wurde von seinem Nachfolger, Prof. Reinhard Bretzel ausgerichtet. Prof. Federlin und Prof. Bretzel zählen weltweit zu den führenden Wissenschaftlern  auf dem Gebiete der Inseltransplantation. Ich hatte die große Ehre, die Laudatio zu halten, auch  die beiden FID-Altpräsidenten, Prof. Waldhäusl, Wien und Prof. Raptis, Athen wirkten als Vorsitzende mit. (Bild: Prof. Federlin -rechts-, Frau Federlin, Prof.Schatz).

1Am 21. September feierte ein weiteres FID-Mitglied, Prof.  Wolfgang Wiegelmann, Chefarzt  i.R. am Krankenhaus der Missionsschwestern in Münster-Hiltrup  und Schüler von   Prof. Karl Oberdisse (+)   seinen 70. Geburtstag. (Bild: vorne:  Prof. Wiegelmann -rechts- und Frau Dr. Lohmüller-Wiegelmann, ebenfalls FID-Mitglied). 

Beiden Jubilaren gratulieren wir sehr herzlich!

 

Dank an Sponsoren

Frau Dr. Daniela Seidel und Herr Dr. Kristian Löbner von der Firma GlaxoSmithKline haben unserer Gesellschaft wieder einen namhaften Betrag für Reisestipendien zum Jubiläumskongreß unserer Gesellschaft in Salzburg 2009 zur Verfügung gestellt. Sehr herzliche Dank!

Frau Dr. Regina Pfeiffer und Herrn Dr. Wolfgang Landgraf von Sanofi-Aventis danken wir für die Zusage, im nächsten Jahr wiederum einen Vorabdruck der Abstracts zeitgerecht  zum Salzburger Kongress zu finanzieren, ebenso wie schon 2008 für den Kongreß in Plovdiv. Die voll zitierfähigen Abstracts erscheinen im jeweils nächsten regulären Heft unseres Vereinsorgans "Diabetes, Stoffwechsel und Herz".

Nächste FID-Aktivitäten

FID-Symposium zusammen mit dem Kirchheim-Forum Diabetes: Vom 31.10.-1.11.2008 wird wiederum im Kurhaus in Wiesbaden ein regionales FID-Symposium abgehalten, mit aktiver Beteiligung von Kollegen aus Österreich, der Schweiz, Siebenbürgen/Rumänien und Deutschland (Programm: www.kirchheim-forum.de; www.fid.at).

Während des Deutschen Diabeteskongresse vom 21. - 23.5. 2009 in Leipzig findet eine gemeinsame Sitzung der FID mit der DDG statt, bei der unter dem Vorsitz von Prof. Michael Roden, seit 1. 7.2008 in Düsseldorf, und Prof. Helmut Schatz, Bochum.  Herr Univ.-Doz. Raimund Weitgasser, Salzburg, Herr Prof. Giatgen Spinas, Zürich und Herr Prof. Nicolae Hancu, Klausenburg/Cluj-Napoca werden über Besonderheiten der Pharmakotherapie des Diabetes in unterschiedlichen Ländern Zentraleuropas referieren.

Der 4. Zentraleuropäische Diabeteskongreß / 24. Internationales Donausymposium wird vom 2.-4. 7. 2009 in Salzburg stattfinden (Kongresswebseite), zusammen mit der Fachkommission Diabetes in Bayern. Tagungspräsident ist Herr Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser. Bitte merken Sie sich diesen Termin für die Jubiläumstagung m 40. Jahr des Bestehens unserer Gesellschaft schon jetzt vor.

Zum Schluß eine Bitte:

Werben Sie bitte für unsere Gesellschaft und unsere Kongresse.

Mit herzlichen, "zentraleuropäischen" Grüßen

 

Univ.-Prof. Dr. Helmut Schatz 
Präsident der FID                                                                                            Bochum, im Oktober 2008
Universitätsklinikum Bergmannsheil
Buerkle-de-la-Camp-Platz 1
D-44789 Bochum
helmut.schatz@rub.de
Tel.:+49-234 302 6324